Strom vom eigenen Dach
In der Schweiz strahlt die Sonne je nach Lage eine Energiemenge von etwa 950 bis 1.400 Kilowattstunden pro Jahr auf jeden Quadratmeter. Dies entspricht dem jährlichen Stromverbrauch einer Person und dem Energieinhalt von 120 Litern Heizöl.
Um Sonnenenergie in Strom umzuwandeln, benötigt man eine Photovoltaik-Anlage. Der Begriff Photovoltaik ist eine Zusammensetzung aus dem griechischen Wort für Licht und dem Namen des Physikers Alessandro Volta. Es bezeichnet die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie mittels Solarzellen.
Treffen Sonnenstrahlen auf den Solarzellen auf, baut sich elektrische Spannung auf und es fliesst Gleichstrom. Je grösser die Einstrahlung ist, umso grösser ist auch der Stromfluss. Der Gleichstrom wird meist durch einen Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt. Er kann dann entweder direkt vom Verbraucher genutzt oder in das Stromnetz des Netzbetreibers eingespeist werden.
Aufbau einer Solarzelle
Solarzellen bestehen aus verschiedenen Halbleitermaterialien. Halbleiter sind Stoffe, die unter Zufuhr von Licht oder Wärme elektrisch leitfähig werden, während sie bei tiefen Temperaturen isolierend wirken. Zur Herstellung von Solarzellen wird heute fast ausschliesslich Silizium als Grundmaterial verwendet. Eine Solarzelle besteht aus zwei Halbleiterschichten, die unterschiedliche physikalische Eigenschaften besitzen. An den Grenzflächen der Schichten bildet sich ein elektrisches Feld, das die bei Lichteinstrahlung entstehenden freien Ladungsträger trennt. Dadurch baut sich zwischen den Metallkontakten der Zelle eine elektrische Spannung auf, sodass beim Anschluss eines Verbrauchers Strom fliesst.
Von der Zelle zum Modul
Um für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche geeignete Spannungen beziehungsweise Leistungen bereitstellen zu können, werden einzelne Solarzellen zu grösseren Einheiten miteinander verschaltet. Eine Serienschaltung der Zellen hat eine höhere Spannung zur Folge, eine Parallelschaltung einen höheren Stromfluss.
Ausbeute einer Solaranlage
Von der eingestrahlten Energie lassen sich je nach Standort, Ausrichtung und verwendeter Technik zwischen 80 und 160 Kilowattstunden Strom pro Quadratmeter Modulfläche erzeugen. Ein neun bis zehn Quadratmeter grosser Solargenerator kann eine elektrische Leistung von etwa 1.000 Watt erzeugen und wird deshalb als 1 kWp-Anlage (Wp = Watt-Peak) bezeichnet. 1 kWp installierte Leistung erzeugt je nach Standort einen Energieertrag von etwa 750 Kilowattstunden bis 850 Kilowattstunden pro Jahr. Optimal errichtete Kleinanlagen erreichen sogar bis über 1.000 Kilowattstunden pro kWp und Jahr.
Modell kostendeckende Einspeisevergütung (KEV)
- Liegt die Zusage für die kostendeckende Einspeisevergütung vor, werden die Projekte gemäss dem mitgeteilten Vergütungssatz quartalsweise von der Bilanzgruppe für Erneuerbare Energien (BG-EE) entschädigt. Die BG-EE wird durch die Energie Pool Schweiz AG betrieben. Weitere Infos finden Sie auf www.bfe.admin.ch.
- Um die quartalsweise Auszahlung gewährleisten zu können, ist nach Gesetzgebung eine vierteljährliche Messdatenbereitstellung der ins Netz der AEW rückgelieferten Energie nötig. Die vierteljährliche Datenerhebung erfolgt durch einen Ablesenden der AEW Energie AG. Im Modell KEV sind keine Verträge über die zusätzliche Vermarktung des ökologischen Mehrwertes zulässig.
Modell freier Ökostrommarkt
- Im Modell „freier Ökostrommarkt“ besteht die Vergütung für den Produzenten aus zwei Teilen. Zum einen aus der Vergütung nach marktorientierten Bezugspreisen für die physisch ins Netz der AEW gelieferten Energie. Zum anderen aus der Vermarktung des ökologischen Mehrwerts. Bei der Letztgenannten liegt die Verantwortlichkeit beim Produzenten.
- Gemäss revidiertem Energiegesetz (Art. 7, Stand 1. Januar 2009) ist die AEW dazu verpflichtet, die physisch ins Netz gespeiste Elektrizität aus erneuerbarer Energie abzunehmen und zu marktorientierten Bezugspreisen zu vergüten. Diese Vergütung erfolgt nach dem Produkt AEW p.e en-10.
- Neben der Vergütung zu marktorientierten Bezugspreisen können Produzenten ihren ökologischen Mehrwert mittels Herkunftsnachweis (HKN) vermarkten. Die AEW bietet hierfür die Plattform des Vereins Aargauer Naturstrom (ANS) an (www.agnaturstrom.ch).






