Solarstromanlagen warten und pflegen

Photovoltaikanlagen sind weitgehend wartungsfrei – diese Meinung vertreten die meisten Hersteller. Dennoch ist es ratsam, Solarstromanlagen auf Hausdächern regelmässig zu überprüfen. Der Grund: Vor allem bei Sturm können sich Dachziegel oder Schornsteinteile lösen und die gläserne Abdeckung eines Sonnengenerators zerstören.

Schäden durch Fremdeinwirkung bleiben oft unbemerkt, da die Solarzellen zusätzlich in Kunststoff eingebettet sind und deshalb weiterhin Strom liefern können. Doch beschädigte Module sind ein Sicherheitsrisiko und sollten grundsätzlich ausgetauscht werden. Denn durch die gebrochene Glasabdeckung dringt früher oder später Feuchtigkeit in das Modul ein. Es kann zu einem Kurzschluss und zu Lichtbögen kommen, wodurch ein Brand entstehen kann. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Personen einen elektrischen Schlag bekommen, wenn sie solch ein beschädigtes Modul anfassen.

Inspektion alle drei bis vier Jahre

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme empfiehlt deshalb, Photovoltaikanlagen alle drei bis vier Jahre von einem Fachmann prüfen zu lassen. Der kann unter anderem feststellen, ob die Verkabelung der Module in Ordnung ist. Dies ist wichtig, weil es mitunter vorkommt, dass Vögel an den Drähten „kratzen“. Ausserdem sollte der Techniker den Wechselrichter kontrollieren. Dieses Gerät ist hohen Belastungen ausgesetzt, weil es den erzeugten Gleichstrom zur Netzeinspeisung in Wechselstrom umwandelt.

Verschleiss durch Temperaturschwankungen

Durch den Dauereinsatz werden einzelne Komponenten des Wechselrichters warm und kühlen wieder ab, wenn die Sonne abends nicht mehr scheint. Diese Temperaturschwankungen können zu Verschleisserscheinungen führen. Während bei den Solarmodulen heute mit einer Lebensdauer von fast 20 Jahren zu rechnen ist, kann es sein, dass der Wechselrichter schon nach zehn oder 15 Jahren erneuert werden muss.

Module von Schmutz befreien

Darüber hinaus sollten die Betreiber einer Photovoltaikanlage sich von Zeit zu Zeit vergewissern, dass die Module auf dem Dach sauber sind. Denn die Solarzellen bringen nur dann hohe Stromerträge, wenn sie vom Sonnenlicht ungehindert bestrahlt werden. Der Regen entfernt zwar den meisten Schmutz, aber Russ, Algen, Flechten oder etwa Vogeldreck bleiben oft an den Modulen haften. Dann sollte man sie am besten mit klarem Wasser oder einem sanften Haushaltsreiniger abwaschen. Für solche Arbeiten ist es ratsam, ein Fahrzeug mit Hebebühne zu mieten. Das kostet zwar pro Tag eine Gebühr, hat aber den Vorteil, dass man sicher an die Module herankommt.

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