Kältere Tage - Wärmeres Licht

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Die Welt drückt ein letztes Mal auf den Schalter – in der EU, in der Schweiz und in vielen anderen Staaten läuft die schrittweise Abschaffung der Glühlampe. Früher wurden ihre Nachfolger, Leuchtdioden und Energiesparlampen, oft gescholten, weil ihr Licht kälter wirkte. Das hat sich nun geändert.

Wärme, jetzt, da der Herbst langsam Einzug hält. Wärme ist nicht nur eine Frage der richtigen Heizung oder der passenden Kleidung. Auch durch stimmiges Ambiente lässt sich ein wohliges Gefühl vermitteln. Dabei spielen die Lichtquellen eine wichtige Rolle, sei es im Büro oder in der Wohnung. Kerzen vermitteln bekanntlich eine heimelige Atmosphäre, aber auch geschickt platzierte Lampen können einen Raum wärmer erscheinen lassen.

Doch die Glühlampe hat heute ein Imageproblem. Seit Jahren läuft die schrittweise Verschärfung der Effizienzvorschriften, gerade Anfang Monat trat in der Schweiz eine neue Regelung in Kraft: Neu müssen klare Lampen mit einer Leistungsaufnahme von 60 Watt und mehr mindestens die Energieeffizienzklasse C erreichen. Europa steht in dieser Entwicklung nicht allein da: In den USA wurde die letzte grosse Fabrik für herkömmliche Modelle vor Jahresfrist geschlossen.

Vielen Leuten hat es wegen der Vorschriften schon längst sprichwörtlich «abgelöscht». An den Energiesparlampen stört manchen die lästige Wartezeit zwischen dem Anknipsen und dem ersten Aufleuchten. Und oft wird zudem reklamiert, dass Glühlampen in wärmerem Licht strahlen als ihre Nachfolger. Leuchtdioden gelten als kälter, je nach Modell scheinen sie fast grellweiss. Weshalb eigentlich?

Die vier Lichtfarben
Das Licht der traditionellen Glühlampen enthält einen hohen Anteil der Farben Rot und Gelb. Deshalb wird es gemeinhin als warm empfunden. «Kelvin» heisst die Masseinheit für Farbtemperatur bzw. Farbton einer Lichtquelle. Steht auf der Verpackung etwa «2 700 K», bedeutet das Kürzel K also «Kelvin» und die Zahl zeigt die Farbtemperatur an. Dieser Wert entspricht auch jenem bei den traditionellen Glühlampen.

Mittlerweile erreichen allerdings auch Leuchtdioden und Energiesparlampen die genannten 2 700 K. Es gibt vier Lichtfarben: Tageslichtweiss, Neutralweiss, Warmweiss und Extra-Warmweiss. Letzteres entspricht dem weichen Licht der Glühlampe. Sogar Energiesparlampen mit niedrigerer Farbtemperatur, d.h. noch wärmerem Licht, werden von einigen Herstellern angeboten. Je niedriger die Zahl, desto wärmer ist das Licht.

Eine der gängigen Kritiken an den Glühlampen-Verkaufsregeln von Schweiz und EU ist damit entkräftet. Die scharfen Richtlinien machen nämlich Sinn, denn Glühlampen sind Energieverschwender, ihre Licht-ausbeute ist gering. Sie verwandeln nur fünf Prozent des Stroms in Licht. Die restliche Energie verpufft ungenützt als Ab-wärme. Die Richtlinien definieren deshalb Mindeststandards für die Energieeffizienz von Beleuchtung und schreiben darüber hinaus vor, welche Produktinformationen auf der Packung stehen müssen. So ist es in der Schweiz seit einem Jahr für die Hersteller Pflicht, die Leistung von Energiesparlampen – also ihren Lichtstrom – in der Einheit «Lumen» anzugeben. Je mehr Lumen pro Watt Strom die Lampe abstrahlt, desto effizienter funktioniert sie. Das Bundesamt für Energie schreibt auf seiner Website auch: «Lumen, das neue Watt.»

Heisser Tipp für die Kälte
Als Energiesparlampe bezeichnet man per Definition jedes Leuchtmittel mit einer besseren Effizienz als die Glühlampe. Das macht auch die Leuchtdiode LED zu einer Energiesparlampe. Die LED-Saison beginnt jetzt erst so richtig: je niedriger nämlich die Temperatur, desto heller leuchten LEDs und desto höher ist ihre Lichtausbeute. Leuchtdioden eignen sich daher besonders gut für die Aussenbeleuchtung – insbesondere im Winter. Da LED-Lampen nach dem Einschalten sofort brennen, leisten sie auch in kurz getakteten Bewegungsmeldern gute Dienste. Leuchtdioden erzeugen Licht sehr effizient, das heisst mit sehr wenig Strom: Die Lichtausbeute lag in einem Test bei den meisten LED-Lampen über 20, einzelne erreichen Spitzenwerte von über 40 Lumen pro Watt.

Um grössere Flächen zu beleuchten, sind sie allerdings (noch) nicht hell genug. Deshalb wurden LEDs bisher für die Beleuchtung innen weniger eingesetzt. Doch die Technik schreitet voran: Experten der American Lighting Association haben im letzten Jahr eine neue LED-Lampe von Philips zum «bes-ten Ersatz» für eine 60-Watt-Glühlampe gewählt. Mit 12 Watt bringt es die dimmbare Lampe auf einen Lichtstrom von 806 Lumen (60-Watt-Glühbirne: 600 Lumen). Diese LED-Lampe würde dann die Frage «Lohnt sich die Investition?» neu beantworten. Trotz ihrer hohen Energieeffizienz rechnet sich ansons-ten eine Investition in Leuchtdioden nur bei langer Lebensdauer der Lampe – und nur an Orten, an denen sie häufig und lange im Einsatz ist.

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