27.01.2012

Effizienter als eine Halogenlampe

Forscher haben eine flexible organische Leuchtdiode hergestellt, eine sogenannte OLED, die effizienter ist als eine Halogenlampe. Die OLED-Technologie (Organic Light Emitting Diode) eignet sich vorrangig für Bildschirme und Displays. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die grossflächige Raumbeleuchtung.


OLED (Organic Light Emitting Diode). Bild: osram

OLED (Organic Light Emitting Diode). Bild: osram

Elektrotechniker der Siemens-Tochter Osram stellten im Labor eine elf mal drei Zentimeter grosse, weiss leuchtende flexible OLED her, die pro Watt 32 Lumen Licht liefert. Gemessen wurde der Wert unter anwendungsnahen Bedingungen an einem grossflächigen Muster, ohne Linsen oder andere Massnahmen zur Steigerung der Lichtausbeute. Erreicht wurde die hohe Effizienz unter anderem durch ein spezielles Design der aufgedampften elektrischen Kontakte.

Bei OLED handelt es sich wie bei LED um Halbleiter, die Strom in Licht umwandeln. Während bei LED Licht von einem winzigen leuchtenden Chip punktförmig abstrahlt, erzeugen OLED-Panels eine leuchtende Fläche. Die aktive Leuchtschicht der OLED besteht aus organischen Kunststoffen und ist nur einen halben Mikrometer dick. Sie wird bei der starren Variante zusammen mit dünnen Metallkontakten auf eine Glasscheibe aufgebracht. Seit zwei Jahren gibt es erste Produkte als dünne Lichtkacheln. Aufgrund der Materialeigenschaften ist eine mögliche Verwendung der OLED als biegsamer Bildschirm und als elektronisches Papier interessant.

Biegsame Varianten werden derzeit entwickelt. Um bei ihnen die empfindliche Leuchtschicht vor Sauerstoff und Feuchtigkeit zu schützen, wird die OLED per Dünnschichtverfahren mit einer Stahlfolie versiegelt, dünn wie ein Blatt Papier und ebenfalls biegsam. Bei der starren Variante passiert dies mit einer Glasabdeckung.

Eine OLED liefert blendfreies, weisses Licht und eröffnet neue Gestaltungsmöglichkeiten wie z. B. leuchtende Raumteiler. Eine ausgeschaltete OLED hat eine diffus weisse oder spiegelnde Oberfläche. Es gibt auch transparente Varianten, die tagsüber als Fenster und nachts als Lichtquelle fungieren.

Osram hat in den letzten fünf Jahren 50 Millionen Euro in die Entwicklung von OLED investiert, vor zwei Jahren «Orbeos» als erstes entsprechendes Produkt vorgestellt und im August 2011 die weltweit erste OLED-Pilotproduktion in Betrieb genommen.

Quellen:

idw-online.de

www.siemens.com