Das Europäische Verbundsystem

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Für eine sichere Versorgung: Das Europäische Verbundsystem

Von Portugal bis Polen, von Griechenland bis Dänemark: Das Europäische Verbundsystem versorgt mehr als 430 Millionen Menschen zuverlässig mit elektrischer Energie. Die Schweiz spielt dabei eine wichtige Rolle.

Das Europäische Verbundsystem ist ein engmaschiges Netz aus Hoch- und Höchstspannungs-Leitungen zur Stromverteilung. Es existieren in Europa mehrere solche Netzwerke parallel, welche alle mit Wechselspannung bzw. Dreiphasenwechselstrom betrieben werden. So können Schwankungen, zum Beispiel durch Ausfall eines Kraftwerks, besser ausgeglichen werden, als wenn jedes Land ein eigenes alleinstehendes Netz hätte.

Das Verbundsystem ermöglicht ihren Strombedarf in Spitzenzeiten gegenseitig auszugleichen und zu optimieren. Die Schweiz spielt in diesem Verbund eine zentrale Rolle, weil sie über zahlreiche Speicherkraftwerke verfügt. Diese können ihre Produktion rasch dem aktuellen Bedarf anpassen und die Energie in Form von Wasser in den Stauseen speichern. Deshalb exportiert die Schweiz den Strom vor allem in Zeiten hohen Stromverbrauchs.

Drehscheibe des europäischen Strommarktes

Schon seit Langem wird im aargauischen Laufenburg mit dem Wasser des Rheins Strom produziert. Zentrale Bedeutung für die Elektrowirtschaft erhielt der Ort aber erst vor fünfzig Jahren: Damals wurden zum ersten Mal die Stromnetze von Frankreich, Deutschland und der Schweiz grenzüberschreitend zusammengeschaltet. Heute ist Laufenburg der Knotenpunkt des europäischen Stromnetzes schlechthin: Hier werden die Weichen für den internationalen Stromfluss gestellt.

Die Drehscheibe: «Swissgrid Control» heisst die moderne Schaltzentrale in Laufenburg.

Kompetenzzentrum: die Swissgrid AG

Die Swissgrid AG ist die Schweizer Uebertragungsnetzbetreiberin. Seit 15. Dezember 2006 betreibt sie das gesamte, 6.700 Kilometer lange Höchstspannungsnetz der Schweiz. Im Rahmen des europäischen Stromaustausch ist das Unternehmen Mitglied des europäischen Verbundsystems Union for the Coordination of Transmission of Electricity (UCTE) und der Organisation der europäischen Übertragungsnetzbetreiber Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (European Transmission System Operators, ETSO).

Die Bedeutung der Schweiz zeigt sich auch in Zahlen: Mehr als 30 Leitungen verbinden das Schweizer Übertragungsnetz mit dem Ausland. Über diese Leitungen fliessen 11 Prozent der gesamten Elektrizität, die zwischen den ENTSO-E-Ländern ausgetauscht wird.

Immer im Einsatz

Rund um die Uhr plant und überwacht die Swissgrid AG den Betrieb auf dem Schweizer Übertragungsnetz und stellt den Stromaustausch mit Europa sicher. Hier laufen die Informations-Fäden der aktuellen Stromflüsse zusammen. Strom aus der Schweiz fliesst in der Regel nach Süden – nach Italien. In die Schweiz kommt wiederum Strom aus Frankreich. Mit Deutschland und Österreich ist die Bilanz etwa ausgeglichen.

Neben der Optimierung des Stromflusses ist das oberste Ziel der Stromverteiler, jederzeit ein stabiles Netz zu gewährleisten. Doch selbst bei einem grossflächigen Verbundsystem, das mit modernster Technik arbeitet, lassen sich Störfälle nie ganz ausschliessen.

Zappenduster: Störfälle

So kam es zum Beispiel am 28. September 2003 zu einem totalen Stromausfall in ganz Italien. Neben Frankreich und Österreich waren auch Teile der Schweiz kurzzeitig betroffen: Die Stadt Genf, das Tessin, das Misox und das Oberengadin. Die Ursache: Es gab einen Kurzschluss in der Zentralschweiz und zwar ausgerechnet auf der strategisch wichtigen Lukmanier-Leitung, einer der Nord-Süd-Transversalen. Die Schweizer bekamen das Problem schnell in den Griff.

Auf der italienischen Seite jedoch blieb es zum Teil stundenlang zappenduster: Da das Land von Stromimporten abhängig ist, konnte es nach der Abtrennung vom europäischen Verbundnetz das eigene Stromnetz nicht mehr aufrechterhalten.

Quellen:

www.axpo.ch
www.swissgrid.ch
www.ergoconcept.ch
www.nzzformat.ch
www.wikipedia.org

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