Auf der Suche nach intelligenten Konzepten
Die Anforderungen, die Politik, Wirtschaft und Umwelt an die Energiebranche stellen, erfordern neue, nachhaltige Konzepte - von der Stromerzeugung über das Versorgungsnetz bis hin zu jedem Zählerkasten. Diese Innovationen betreffen natürlich auch die Energiekunden: Aus ihren Steckdosen kommt in Zukunft intelligent erzeugter Strom.
Neue Energieträger, neue Verfahren
Heute wird Strom meist in Grosskraftwerken auf Basis von Kohle, Erdgas oder Erdöl erzeugt, bei deren Verbrennung klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) entsteht. Mittlerweile gibt es jedoch vielversprechende Konzepte, die einen umweltschonenderen Einsatz fossiler Energieträger ermöglichen. Dazu zählt der Bau von modernen, hocheffizienten Anlagen sowie CCS („Carbon Dioxide Capture and Storage“): Bei diesem Verfahren wird das Kohlendioxid aufgefangen und so gespeichert, dass es nicht in die Atmosphäre entweicht. Obwohl in Europa immer weniger Kohle verstromt wird, soll CCS weltweit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Denn gerade in Schwellenländern wie China oder Indien decken immer mehr Kohlekraftwerke den steigenden Energiebedarf der Bevölkerung.
Kleine Anlagen für den Hausgebrauch
Die Stromerzeugung wird in Zukunft nicht mehr in grossen Kraftwerken stattfinden, sondern dezentral in vielen kleinen Anlagen. Diese nutzen hauptsächlich erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Wind, Biomasse und Wasser. Darüber hinaus sind auch Wärmepumpen sowie Mini-Blockheizkraftwerke, die mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Strom und Wärme gleichzeitig produzieren, stark im Kommen.
Diese modernen Technologien haben vor allem dies gemeinsam: Sie setzen auf Erneuerbare und sind speziell auf den jeweiligen Energiebedarf des Gebäudes ausgerichtet, das sie versorgen. Idealerweise wird der Strom direkt an seinem „Geburtsort“ verbraucht oder ins Netz des jeweiligen Energieversorgers eingespeist.
Fürs Netz ein Muss: Sicherheit und Stabilität
Die erneuerbaren Energien haben - effizient genutzt - eine grosse Zukunft vor sich. Je mehr regenerativ erzeugter Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird, umso wichtiger werden jedoch intelligente Speicher- und Netztechnologien. Da Sonne und Wind nicht konstant zur Verfügung stehen, müssen die Netze in der Lage sein, die schwankenden Einspeisemengen auszugleichen.
Erst in Verbindung mit intelligenten Stromnetzen („Smart Grids“) und digitalen Verbrauchszählern („Smart Metern“) werden Energieträger wie Sonne und Wind grundlastfähig sein. Und erst dann können sie den Grundpfeiler für eine zuverlässige, flächendeckende Stromversorgung bilden.
Pilotprojekt in Rheinfelden
Von Mitte 2010 bis 2013 führt AEW zusammen mit anderen Schweizer Energieversorgern und dem Bundesamt für Energie (BFE) ein Pilotprojekt in Rheinfelden durch. An rund 140 Anschlussstellen wird untersucht, wie sich viele kleine Stromerzeugungsanlagen auf das Niederspannungsnetz auswirken. Zum Pilotprojekt
Dank der gewonnenen Erkenntnisse werden die Energieversorger vorbereitet sein für die Zukunft. Dann weiss man Genaueres darüber, ob und wie Netzanlagen angepasst, geplant und dimensioniert werden müssen.





