Kernkraft und Sicherheit

- Kernkraftwerk Beznau Kommandoraum
Für Kernkraftwerke gelten strengste Sicherheitsvorschriften von der Planungs- und Bauphase über den Betrieb bis hin zum Rückbau, einschliesslich der langfristigen Entsorgung der Brennstäbe. Um zu gewährleisten, dass die Vorschriften eingehalten werden, führen Anlagenbetreiber und unabhängige Behörden regelmässige Kontrollen durch.
Solide konstruiert
Zum Schutz der Umwelt und Bevölkerung vor Radioaktivität dient zusätzlich eine grosse Reihe passiver und aktiver Sicherheitsvorkehrungen, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und gegebenenfalls nachgerüstet werden müssen. Kernkraftwerke sind grundsätzlich so konstruiert, dass die im Reaktorkern enthaltene Radioaktivität nicht nach aussen entweichen kann - auch nicht bei einem Störfall. Zu den wichtigsten passiven Barrieren zählen dicht verschweisste Brennstab-Hüllrohre, der Reaktordruckbehälter, der biologische Schild (Betonkammer), die druckfeste Sicherheitshülle aus Stahl sowie nicht zuletzt die äussere Hülle des Reaktorgebäudes aus meterdickem Stahlbeton.
Dieses Prinzip der Mehrfachhüllen nennt man auch das Babuschka-Prinzip, weil die Sicherheitsbarrieren wie ineinander gestellte Behältnisse wirken: Entsteht bei einem Behältnis ein Leck, sorgen die übrigen dafür, dass keine gefährlichen Stoffe austreten können.

- Kernkraftwerk Beznau Maschinenraum
Elektronisches Schutzsystem
Darüber hinaus sind in Kernkraftwerken diverse aktive Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So werden zum Beispiel alle Prozesse, die in einem Kernkraftwerk ablaufen, per elektronischem Notstands- beziehungsweise Notspeisesystem überwacht. Dieses ist in einem externen, bestmöglich abgesicherten Gebäude untergebracht und arbeitet automatisch: Wird zum Beispiel ein bestimmter Grenzwert über- oder unterschritten, leitet das System alle erforderlichen Schutzmassnahmen selbsttätig ein. Bei Bedarf schaltet es – ganz unabhängig vom Kraftwerkspersonal – den Reaktor komplett ab und sorgt für eine kontrollierte Abfuhr der Nachwärme.
Mehrfache Sicherheit
Diese Schutzmassnahmen sind meist mehrfach an unterschiedlichen Orten vorhanden und arbeiten unabhängig voneinander – für den Fall, dass die eine oder andere Vorrichtung bei einer Störung im Betriebsablauf einmal versagen sollte. So können eventuelle Störfälle beherrscht werden, ohne dass Mensch und Umwelt Schaden nehmen.
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