Mont-Soleil und Mont-Crosin

Mitte Mai dieses Jahres nimmt der rund fünf Kilometer lange Erlebnispfad im bedeutendsten schweizerischen Zentrum für Sonnen- und Windenergie seine 14. Saison in Angriff. Der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Pfad zwischen Mont-Soleil und Mont-Crosin, der bisher von weit über 600.000 Personen besucht worden ist, wartet mit leicht verständlichen Informationsposten, der Präsentation des geplanten Ausbaus des Windkraftwerkes sowie neuen Verpflegungsmöglichkeiten auf. Besichtigungen sind zu Fuss, mit Pferdewagen, Velos und ganz besonderen Trottinetts möglich. Rechtzeitige Voranmeldung für Führungen oder Kutschenfahrten wird dringend empfohlen.

Rückenwind für Ökostrom

Die JUVENT SA vervierfacht im Berner Jura in den nächsten Monaten mit acht Grossturbinen ihre Windstromproduktion.

"Die Windstromproduktion wird in der Schweiz zügig ausgebaut, auch wenn es ihr die rechtlichen Prozeduren nicht immer einfach machen", umschreibt Bernard Gutknecht von Suisse Eole, der Vereinigung zur Förderung der Windenergie in der Schweiz, die aktuelle Situation rund ums Thema Windenergie. Laut den Angaben des Ökostrom-Spezialisten sind derzeit in der Schweiz fünfzehn grosse Windturbinen im Betrieb, acht weitere sind in der Realisierungsphase. "Richtig spektakulär ist jedoch vor allem die Zahl jener Projekte, die in der Planungsphase sind und bis 2015 realisiert werden sollen", sagt Bernard Gutknecht. Nicht weniger als 18 Windparks mit weit über 100 Windrädern, wollen in das Geschäft mit Ökostrom einsteigen.

Imposantes Spiel von Natur und Technik, Foto: Stephan Bögli

Auf Expansionskurs ist auch das grösste Windkraftwerk der Schweiz, die JUVENT SA auf dem jurassischen Mont-Crosin. Die Partnergesellschaft der sol-E Suisse AG, der Industriellen Werke Basel, der AEW Energie AG, der Group E Greenwatt SA und der Société des Forces Electriques de La Goule erzeugt mit ihren acht Windturbinen in den Gemeinden St. Imier, Courtelary, Villeret und Cormoret bei durchschnittlichen Windverhältnissen pro Jahr etwa neun Millionen Kilowattstunden Strom. Die JUVENT SA und die Partnergesellschaften verkaufen diese Strommenge, die ungefähr dem Jahresbedarf von 3000 Haushaltungen entspricht, zu marktgerechten Bedingungen an energie- und umweltbewusste Privatkunden, Firmen und Gemeinden im Versorgungsgebiet ihrer Partner.

Zum Vergleich: Der gesamte Stromverbrauch betrug in der Schweiz im Jahr 2008 rund 60 Milliarden Kilowattstunden. Etwa 60 Prozent davon, also über 35 Milliarden werden mit erneuerbarer Energie - zum grössten Teil Wasserkraft - abgedeckt. Die einheimische Windstromproduktion beträgt zurzeit rund 27 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, das heisst etwa 0,05 Prozent des schweizerischen Stromverbrauchs.

Windpark wird weiter ausgebaut

Ein Blick zurück. Die ersten drei Windturbinen des dänischen Herstellers Vestas mit je 600 kW Leistung wurden 1996 auf dem Mont-Crosin errichtet. Mit der wachsenden Nachfrage nach Windstrom kamen in den Jahren 1998 und 2001 drei weitere Turbinen dazu. 2004 schliesslich wurden die bislang leistungsstärksten Turbinen 7 und 8 mit verbessertem Wirkungsgrad erstellt.

Mit der Errichtung von acht zusätzlichen, je zwei Megawatt starken Windturbinen wurde im Herbst des vergangenen Jahres der nächste Ausbauschritt des Windparks in Angriff genommen. Die topmodernen Grossturbinen (s. Kasten) sollen die Jahresproduktion der grössten Windanlage der Schweiz ab Herbst 2010 vervierfachen. Besonders umweltfreundlich: Das Projekt, das sich die JUVENT SA 52 Millionen Franken kosten lässt, wird dank neuartigen Baumethoden und dem Einsatz modernster Geräte sehr umweltschonend umgesetzt. So werden die für die Schwertransporte benötigten Zufahrten nur temporär erweitert und nach der Turbinenmontage wieder naturnah zurückgebaut. Zudem wird das Aushubmaterial vor Ort wieder eingebaut, was die erforderlichen Lastwagenfahrten auf ein Minimum reduziert.

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