Biomasse - der vielseitige Energieträger
In Biomasse steckt viel Energie: Aus ihr lässt sich Kompogas gewinnen und daraus wiederum Strom, Wärme und Treibstoff. Und weil die Natur ständig neue Pflanzen hervorbringt, leistet Biomasse einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz: Sie hilft uns, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu senken. Darüber hinaus steht sie immer bedarfsgerecht zur Verfügung. Im Gegensatz zur Wind- und Sonnenenergie unterliegt sie keinen wetter- oder jahreszeitlich bedingten Schwankungen.
Wertvoller Abfall
Als energetisch nutzbare Biomasse eignen sich Pflanzenabfälle, Mist und Gülle aus der landwirtschaftlichen Produktion sowie Biomüll aus Haushalt, Industrie und Gewerbe. Im Unterschied zu Deutschland werden in der Schweiz keine Pflanzen extra für die Energiegewinnung angebaut.
Strom und Wärme aus Pflanzen
Die in der Biomasse gespeicherte Energie lässt sich durch Verbrennung, Vergasung oder Verflüssigung freisetzen.
Kompogas entsteht im Fermenter der Biomasse-Anlage, in der klein gehäckselte Pflanzenabfälle unter Luftabschluss vergoren werden. Das auf diese Weise gewonnene Biogas enthält zwischen 50 und 70 Prozent Methangas, ferner Kohlendioxid (CO2), Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Stickstoff. In der Regel treibt es dann direkt einen Gasmotor in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) an, der mit Hilfe eines Generators Ökostrom erzeugt. Die dabei entstehende Wärme können Bewohner nahe liegender Häuser zum Heizen und zur Warmwasserbereitung nutzen.
Pro Jahr könnten in der Schweiz circa 1,6 Millionen Tonnen Bioabfälle vergoren werden. Aus einer Tonne Bioabfall lassen sich bis zu 1.000 Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen.
Veredelt ins Erdgasnetz
Nach der Vergärung durchläuft ein Teil des Biogases einen Veredelungsprozess, der die Schritte Reinigen, Entschwefeln und Trocknen umfasst. Bei einem Methan-Anteil von über 90 Prozent und nach einer Verdichtung auf den entsprechenden Betriebsdruck wird es als Bio-Erdgas ins Gasnetz eingespeist – oder aber als umweltschonender Treibstoff an Erdgastankstellen angeboten.
Biomasse schont die Umwelt
Kein Widerspruch: Kompogas ist klimaneutral, obwohl es die Treibhausgase Methan und Kohlendioxid (CO2) enthält. Die Verbrennung von Biomasse setzt nämlich nicht mehr Kohlendioxid frei, als die Pflanzen während ihres Wachstums aus der Luft aufgenommen haben. Die Gärreste kehren übrigens als fester oder flüssiger Naturdünger in die Landwirtschaft zurück, sodass sie den nächsten Pflanzengenerationen zugutekommen. So schliesst sich der Kreislauf einer nachhaltigen Energiegewinnung.
Aktuelle Diskussion
Immer wieder regen sich auch Stimmen gegen Biogas-Anlagen: Die Kritik lautet, dass Energiepflanzen angebaut würden, die dann nicht als Lebensmittel dienen, sondern für die Energiegewinnung genutzt werden. Andere fürchten den Geruch, der von den Anlagen ausgehen könnte, oder den Fahrzeugverkehr, der durch Biomasse-Transporte aufkommen würde. Tatsache ist: In der Schweiz werden keine Lebensmittel zur Biogas-Erzeugung angebaut. Geruchsemissionen lassen sich durch professionellen Betrieb vermeiden. Und: je kürzer die Transportwege je besser. Das liegt im Interesse aller.









